Ortsbeschreibung - Voigtholz - Ahlemissen

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Ortsbeschreibung





Voigtholz-Ahlemissen:
idyllisches Doppeldorf mit der
einzigen Privatkapelle Niedersachsens

von Heimatpfleger Jürgen Gaedecke


In dieses Dorf verirrt man sich nicht durch Zufall. Idyllisch zwischen grünen Weiden, Buchen- und Eichenwäldern findet den Weg in diesen Ort nur, wer wirklich hierhin will. Denn die einzige Straße, die von der L320 Edemissen-Gifhorn ab in die malerische Ansammlung alter Bauernhäusern führt, endet auch dort.

Bei aller Abgeschiedenheit war der stille Flecken Erde, auf dem heute knapp 180 Einwohner leben, schon früh besiedelt. Dies bezeugen ein Steinbeil aus der jüngeren und Gräber aus der frühen Steinzeit sowie bronzezeitliche Funde. Wie alt der Doppelort ist, lässt sich jedoch nicht mit Bestimmtheit sagen. Urkundlich wird das Dorf Voigtholz 1564 erstmals als Vogtholte erwähnt.  Ahlemissen taucht bereits 1340 in einer Urkunde als Almessen auf. 1859 werden die beiden selbstständigen Gemeinden zusammengelegt.

Nach Beendigung des 2. Weltkrieges kommen 148 Flüchtlinge bzw. Heimatvertriebene in unseren Ort und müssen von 130 Einheimischen aufgenommen werden. Die meisten Flüchtlinge siedelten sich später anderswo an, so dass die Einwohnerzahl schon 1957 wieder unter 200 lag.

Von einer stürmischen Entwicklung kann also nicht die Rede sein, und das macht gerade den Reiz des Doppeldorfes aus. Ein Dorf, das nichts zu bieten hat als diese Ursprünglichkeit. Es gibt weder Tante-Emma-Laden noch Schule, weder Bank noch Gaststätte. Die „Linde“ war bis 1998 noch sonntags geöffnet. Dort bei Mariechen und Lydia Wöhler traf man sich zum Skatfrühstück in einem Schankraum, der – Sofa statt Barhocker – wie eine „gute Stube“ aussah. Jetzt trifft man sich zum Klönen an der Schuleiche, die am Schnittpunkt von Eichkamp, Moorwinkel und Ahlemisser Straße steht. Die Vereine tagen im Jahre 1993 erbauten Feuerwehrgerätehaus.   

Weit über die Landesgrenzen hinaus wurde Voigtholz-Ahlemissen bekannt durch einen Kunstmaler: Hans Nowak (gest. 1996). Als er in das Dorf kam, wurde aus dem Upmann-Hof der Malerhof und Kunstfreunde von Nah und Fern strömten herbei. Nowaks besonders Talent war es, sich die Ölfarben der alten Meister zurecht zumischen und in ihrem Stil zu malen. Er dokumentierte es bildgewaltig in dem bekanntesten Voigtholzer Gebäude, die Malerhofkapelle. Hans Nowak baute sie 1979 aus dem einzigen Grund, dass ein guter Freund gerade einen besonderen Ort für seine Hochzeit suchte. Weil er Großformate liebte und eine Wand gerade die rechten Maße hatte entschloss er sich, eine Nachschöpfung des Abendmahles von Leonardo da Vinci. Dieses in zweijähriger Arbeit entstandene Monumentalbild ist über den Tod des Künstlers hinaus eine touristische Attraktion ersten Ranges.

Die beiden Ortsteile führen gemeinsam ein starkes und geschlossenes Dorfleben. Viele Aktivitäten werden durch die Feuerwehr, der Volksfestgemeinschaft, der Thekenmannschaft „LSJ“, den Landfrauen und der Elterninitiative durchgeführt. Gefeiert werden im Dorf Osterfeuer, Gemeindefrühschoppen am Himmelfahrtstag und alle 3 Jahre das Volksfest, außerdem ist der stimmungsvolle Weihnachtsmarkt für seine anheimelnde Atmosphäre bekannt.

Das Wappen von Voigtholz-Ahlemissen

Um den ländlichen Charakter des Ortes zu versinnbildlichen, wurde ein bäuerliches Symbol gewählt, nämlich das Wagenrad. Entsprechend den beiden Ortsteilen –Voigtholz und Ahlemissen – sind in dem  Wappen sogar zwei, die, das eine etwas hinter das andere gestellt, silbern auf grünem Hügel durch das blaue, untere Feld des geteilten Wappens rollen. Im oberen goldenen Feld schreitet der rot bewehrte, blaue lüneburgische Löwe, da der Doppelort früher lange Zeit zum lüneburgischen Amt Meinersen gehörte.
So beschloss es der damals selbständige Gemeinderat des Ortes am 20. November 1961 und der hildesheimische Regierungspräsident genehmigte es am 22.März 1962.

©
Jürgen Gaedecke



 
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